Studie: Die ultimative Herausforderung - über die Veränderungsfähigkeit der Deutschen

Der vorliegende Band beschäftigt sich mit einem Schlüsselbegriff der Zukunftspsychologie: Veränderung. Sie ist allgegenwärtig – und wird doch oft erst im Rückblick wahrgenommen. Zentrale Motivationsfaktoren wie persönliche und berufliche Weiterentwicklung
verweisen auf die konstruktive Seite von Veränderungsprozessen, die Freiheit und Einflussnahme ermöglichen. Ein gesellschaftliches Klima zunehmender Unübersichtlichkeit und beschleunigten Wandels erzeugt dagegen vor allem Zukunftsangst und Veränderungsmüdigkeit.

Forschungsergebnisse

In einer Pilotstudie mit dreißig qualitativen Einzelinterviews und einer anschließenden stärker quantitativ ausgerichteten Querschnittstudie mit 1950 Befragten erkundet die Veränderungsstudie die Fragen:
Wie haben die Teilnehmenden zentrale Veränderungen in ihrem Leben erlebt und bewältigt?
Welche Kompetenzen haben sie dafür benötigt und eingesetzt?
Wie kann Veränderung erfolgreich gelebt und umgesetzt werden?

Furcht und Ratlosigkeit angesichts der unbekannten Zukunft sind in einer Zeit der wahrscheinlich markantesten Veränderungen in der Weltgeschichte existenzgefährdend. Daher ist es unabdingbar, sich mit dem Ablauf von Veränderungsprozessen zu beschäftigen, um aus erprobten Strategien und Mustern zu lernen. Dem Verständnis der dafür nötigen Veränderungskompetenz widmen sich diese Studie und dieses Buch.

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Die Studie Die ultimative Herausforderung – über die Veränderungsfähigkeit der Deutschen kann über den Springer Verlag vorbestellt werden.

Pepper und Prof. Druyen im Gespräch

Prof. Druyen mit dem Roboter Pepper – dem ersten humanioden Forschungspartner des Institutes – im Gespräch.

ZEIT KONFERENZ „Der Auftrag“

Wie ticken die Deutschen? Ob Ernährung, Gesundheit oder demografischer Wandel: Eine große Studie hat die Seele der Bundesbürger ergründet.

Die Welt, die wir erleben wollen

Die Studie sollte die ganz großen Fragen beantworten: Was schätzen wir an unserem Leben? Worauf können wir verzichten? Was würden wir sofort hinter uns lassen, wenn wir ein zweites Mal auf die Welt kämen? Zusammen mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sowie dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) initiierte die ZEIT die »Vermächtnisstudie«: Mehr als 3000 Menschen in Deutschland wurden in persönlichen Interviews gefragt, wie sie die Welt erleben – und wie sie ihrer Meinung nach sein sollte.

Dabei war nicht nur die Bandbreite der Fragen außergewöhnlich, sondern vor allem das Design der Studie. Denn in einem Dreiklang wurden die Menschen nicht nur nach dem Istzustand befragt, sondern auch nach ihrem Vermächtnis und der Zukunftserwartung: Welche Werte möchten sie an die nächste Generation weitergeben? Und glauben sie, dass diese Werte in Zukunft wirklich gelebt werden?

DIE AUFTRÄGE

Die Partner der ZEIT KONFERENZ »Der Auftrag« werden in den kommenden Wochen und Monaten an den folgenden Aufträgen arbeiten und den gesellschaftlichen Diskurs zu den einzelnen Themen vorantreiben. Die Ergebnisse werden in einem Jahr auf einer Folgekonferenz vorgestellt und nachgehalten.

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Hier geht es zu einigen Fotoimpressionen der Zeit-Konferenz

Professor Druyen zur "Dreigenerationenstudie"

Kurzer Bericht und Inhaltsangabe der Studie: Drei Generationen im Gespräch.

Studie: Drei Generationen im Gespräch

Das Ziel der Studie bestand in einer qualitativen Befragung der Bevölkerung aus der Mittelschicht, inwieweit der demografische Wandel als historische Zäsur begriffen worden ist. Da dieses Verständnis zwingend mit der Generationszugehörigkeit korrespondiert, wurden auch drei aufeinanderfolgende Generationen einer Familie in die Interviews eingebunden – Enkel, Eltern und Großeltern.

Forschungsergebnisse

Die Ergebnisse der intensiven Befragung dokumentieren das Ende der Gewissheiten, die Hoheit von Bauchgefühlen und eine extrem paradoxe Stimmungslage. Man sieht an diesen psychologischen Faktoren, dass es in einer Zeit der Orientierungslosigkeit, bedingt durch Demografie und Digitalisierung, eine deutliche Verlagerung von der Rationalität zur Emotionalität gibt. Zahlen, Erfolgsergebnisse und Prognosen werden von den Menschen nicht mehr als Stimmungsaufheller und Motivatoren angenommen. Die persönlichen und kollektiven Schlüsse werden vielmehr intuitiv gezogen. So ist das beeindruckende publizistische, wissenschaftliche und behördliche Faktenwissen bei den Generationen kaum angekommen und insofern muss man die jahrelangen Aufklärungsversuche als gescheitert ansehen, weil Wissen und Verhalten getrennte Wege gehen. Gleichzeitig aber sind alle betroffenen Generationen im Sinne eines emotionalen Menschenverstandes sehr wohl im Bilde, welche Problemlagen die demografische Entwicklung bringen wird. Das ist eine der vielen zu diesem Thema auffindbaren Paradoxien der Studie.
Eine zweite zentrale Widersprüchlichkeit dokumentiert das Verhältnis der Generationen untereinander. Auffallend waren eine hohe Affinität und ein oftmals artikulierter Altruismus innerhalb der familiären Generationenverhältnisse. Gleichzeitig rücken die Vorstellungen der einzelnen Generationen über Lebensplanung und zum Beispiel Lebensorientierung immer weiter auseinander. Ein Enkel mit digitaler Selbstverständlichkeit und eine Großmutter mit analoger Beharrlichkeit sind herzlich verbunden, aber in verschiedenen Lebensrealitäten unterwegs. Umso verwunderlicher ist die Erkenntnis, dass sich dennoch sehr viele junge Leute an der Vorsorgeplanung der älteren Generationen orientieren. Man sieht sehr deutlich, dass obwohl einem jungen Menschen heute fast weitere achtzig Jahre zur Verfügung stehen könnten, die Planungshorizonte immer kürzer und konsumorientierter werden. In diesem Sinne klafft eine größer werdende Lücke fehlender Zukunftskompetenz.
Für die Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaft wesentlich, ist auch die in der Studie nachweisbare Tatsache, dass zwischen Wissen und Erkenntnis eine enorme Handlungslücke klafft. Selbst wenn etwas rational oder mehr noch intuitiv begriffen worden ist, kommt es nicht zur entsprechenden Aktivität. Im Bereich der Pflege wird diese paradoxe Unterlassung besonders sichtbar. Insgesamt zeigen die Resultate der Befragungen, dass das Verdrängen von Problemen, Hindernissen und absehbaren Entwicklungen eine alltägliche Handlungspraxis darstellen. Diese unbewusste Verweigerung fördert in erster Linie Reaktionen und schaltet Prävention als notwendiges Mittel fast aus.

Insgesamt belegt diese Studie, dass selbst bei guter Erkenntnislage die Bürger kaum erreicht werden und die Reaktionen auf persönliche und gesellschaftliche Erfordernisse subjektiv und emotional zustande kommen. Vor diesem Hintergrund ist ein Umdenken unverzichtbar, um den erhöhten Anforderungen von Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Druyen

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Die Studie Drei Generationen im Gespräch – Eine Studie zum intergenerativen Zukunftsmanagement kann über den Springer Verlag bestellt werden.